Ruslan
Ruslan
Ruslan - Dokumente seines Weges vor seinem Begräbnis.
Diese Seite sollte auch unter http://ruslan.sternenkind.info erreichbar sein.
Alles begann mit den berechtigten mütterlichen Wunsch: ein Begräbnis und keine Kremation ...
berechtigter Wunsch der Eltern: ich will nicht ohne mein Kind nach Hause kommen ...
Am 7.8.2009 hat Ruslan den mütterlichen Leib verlassen, indem er in einer Klinik still geboren wurde und dieses Bild entstand am 05.09.09, also fast 4 Wochen später.
Zu Hause hatte die Mutter ihr verstorbenes Kind die ersten 10 Tage im Kühlschrank, anschließend im Tiefkühlschrank.
Von Vorne betrachtet, war es immer noch ein schön anzusehendes Kind, wenn gleich von der Seite betrachtet der Fortschritt sichtbar war, denn das Kind war nur mehr ca ½ cm dick.
Auch das macht ein freundlicheres Bild:
Gut ausgeleuchtet gibt es kaum Schattenbildung.
Entsprechend den Bedürfnissen der Angehörigen wurde das Kind ab dem Genitalbereich abgedeckt.
Bild Nr. 2 , gemacht am 05.09.09
(Ein Arzt aus dem Wiener SZM – Ost hatte dieser Mutter genehmigt, den Leichnam ihres Kindes mit nach Hause nehmen zu dürfen.
Hintergrund: da dass Bestattungsrecht in jedem österr. Bundesland anders geregelt ist und vielfach still geborene Kinder unter 500 Gramm nicht der Bestattungspflicht unterliegen, erhielt besagter Arzt im Nachhinein die Aufklärung über die Wiener Tatsache: in Wien unterliegen alle still geborenen Kinder der Bestattungspflicht und er hätte der Mutter die Leibesfrucht nicht mit nach Hause geben dürfen! Auf Wunsch der Angehörigen kann der Bestatter einen Verstorbenen nach Hause bringen (dzt. zahlt das die MA 40 nicht)

Bild NR 3 aufgenommen am 05.09.09. Die Mutter bekam die Leibesfrucht in einer Styroporbox (!) nach Hause, was die Angehörigen als sehr würde los empfanden, weshalb sie den Leichnam ihres Kindes in diese grüne Jausenbox legten.
Ich frage mich, warum in Wiener Kliniken nicht die Fötensärge aus Karton zur Anwendung kommen http://www.kartonfritze.de/Foetensarg.html
noch dazu, wo Herr Vikenscher von der Feuerhalle Wien Simmering dazu mitteilt: mit bis zu 30 Fötensärgen aus Karton ist der große Holzsarg voll und die im Auftrag der MA 15, MA 40 finanzierte Kremierung kann beginnen!
Ein weiterer wertvoller Hinweis zur Trauerarbeit: Die weißen Kartonsärge könn(t)en in der Klinik von den Angehörigen farbig z.B. mit Buntstiften bemalt werden!
Dieses in der Webseite nicht veröffentlichte Foto habe ich am 08.09.09 von der Mutter gemacht. Die neu gekaufte Schaufel hat besondere Bedeutung – und der Wiener Patientenanwalt mag daran nicht gerne erinnert werden: er hat dieser Mutter u.a. überalterte Informationen über die MA 43 zukommen lassen, zudem hat der der Mutter gesagt, das Sie den Leichnam ihres Kindes in einer Wiener Grünanlage selbst vergraben könne. Nach diesem Gespräch erhielt die Selbsthilfegruppe Sternenkind.info die Information über die Not dieser Mutter und ihrem Kind. Und der Wiener Patientenanwalt bekannte – von der SHG Sternenkind.info um Stellungsnahme gebeten: Klinik-angestellte und wir von der Patientenanwaltschaft sind grundsätzlich nicht
nicht zum Thema Bestattung ausgebildet, stellen aber die Weichen zu der Tatsache ob eine Bestattung stattfindet oder nicht ...
Hier nun der Bericht über meine Begleitung von Ruslan, seinen Angehörigen, und den vielen in die Betreuung eingebunden Mitfühlenden Freunden:
Grundbedürfnisse eines Kindes stillen
Kostenübernahme geklärt
Montag 08.09.09
Nachdem Ruslan liebevoll versorgt worden ist, hat die Kindesmutter den Leichnam ihres Kindes in der Prosektur/Pathologie des Wilhelminenspital abgegeben.
Dem Krankenanstaltenverbund sei Dank können Angehörige den Leichnam ihres Kindes an verschiedenen Prosektur/Pathologien den Leichnam ihres Kindes wieder ins (Verrechnungs-) System zurückführen.
Anschließend wurde beim Kundendienstzentrum der Bestattung Wien bei Herrn Altpfart die Beerdigung in Auftrag.
Ruslan wurde zu Hause willkommen geheißen und gesegnet.
Bild Nr. 1 gemacht am 05.09.09
zu Hause wurde das Kind willkommen heißen durch einen Geistlichen, welchen die Selbsthilfegruppe Sternenkind.info organisiert hatte.
Hintergrund: die Mutter ist Russin und ihre Glaubensgemeinschaft hat in Wien einen Geistlichen, welchen die Mutter von sich aus, aber nicht allein aufsuchte. Die Mutter bat um Beistand und um Unterstützung beim organisieren vom Begräbnis. Doch der Geistliche reagierte geschockt und abwehrend in dem er u.a. die Mutter polternd fragte: warum haben Sie ihr Kind mit nach Hause genommen? Sorry: Fast keine Schwangere will ohne ihr Kind nach Hause, erst recht nicht, wenn das Kind unter so tragischen Umständen (als Folge einer durchgeführten Fruchtwasseruntersuchung) starb! Zudem wollte diese Mutter den anderen Familienmitgliedern die Chance eröffnen, das alle das verstorbenen Kind kennen lernen und sich alle verabschieden können (darunter Geschwister im Kindergartenalter) Alle hatte sich seit Beginn der Schwangerschaft auf diesen Kind gefreut, dem entsprechend sollten alle die Chance zum Kennenlernen und Verabschieden erhalten ...
Die wichtigsten Daten zu Ruslan haben wir auf deutsch und russisch auf dem Foto drappiert, damit die Kernfamilie mit jenen russisch sprachoigen Freunden und Angehörigen reden konnten/ belegen konnten die Tatsache, das ihr Kind Ruslan wirklich hier auf Erden war.
Von (über-) lebenden Menschen mache ich Grundsätzlich auch Bilder, welche ich den Angehörigen zur Verfügung stelle - aber ich bin dagegen, diese im Internet zu Veröffentlichen.
MFG
Gunnhild Fenia (Meine Kontaktdaten finden Sie im Impressum)
Nachsatz: den Obduktionsbefund durfte ich am 21.2.2010 einsehen. Darin steht, das der Mutterkuchen als auch die Leibesfrucht Ruslan ohne Befund ist, also nicht krankhaft verändert oder durch den medizinischen Eingriff (die Fruchtwasseruntersuchung) verletzt vorgefunden wurde. Die Scheitel - Steißbeinlänge beträgt 12 cm. Vorhandene Wunden im Bauchraum wurden postmortal - also nach dem Tod des Kindes dem Leichnam zugefügt. Damit zählt Ruslan zu den 2 -3 % jener Kinder, welche die Pränatale Untersuchung an sich nicht überlebt hat.










